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Neue Website – Was Unternehmen beachten sollten

Websites richtig planen und umsetzen

Eine neue Website ist für ein Unternehmen oft eine große Sache. Schließlich gestaltet man nicht jedes Jahr seine Seite komplett um. Es gibt viele neue Ideen und Ansprüche aus verschiedenen Abteilungen. Nur, wie setzt man die Seite am besten um? Mit welchem Budget und welcher Agentur? Ich möchte hier den wichtigen ersten Abschnitt des Relaunches beleuchten, der mit der Auftragsvergabe endet.

Welches Budget brauche ich?

Diese Frage ist die sensibelste Frage zum Anfang des Projekt. Hier entstehen schon die meisten Missverständnisse. Unternehmen fragen mehrere Agenturen an und unterscheiden sich dann für die, die den besten Eindruck zum besten Preis macht. Aber hier gibt es ein Problem: Die Kostenfrage wird vor der Konzeption der Website gestellt. Zu diesem Zeitpunkt sind die Aufgaben überhaupt nicht klar, eine Kalkulation ist eigentlich unmöglich. Dennoch geben viele Agenturen Angebote ab. Die einen kalkulieren den Minimalaufwand und kommen so zu einem günstigen Angebot, die anderen preisen alle Eventualitäten ein und geben ein teures Angebot ab. Das Problem ist: Die Angebote sind überhaupt nicht vergleichbar, weil niemand weiß, welche Arbeiten anstehen. Aus dem günstigsten Angebot kann so schnell eine sehr teure Website werden. Manchmal geben auch unerfahrene Agenturen zu niedrige Festpreise für unklare Aufgaben ab und lassen so durch jede Menge Mehraufwand ihre Stundensätze in den Bereich des Mindestlohns fallen. Schlecht für den Kunden, denn das geht zu Lasten der Qualität, und Deadlines werden nicht mehr eingehalten.

Unternehmen, die ohne Konzeption und eine vage beschriebene Aufgabe drei Angebote einholen, um sich fürs beste zu entscheiden, gehen schon von Anfang an den falschen Weg. Wir empfehlen zwei Vorgehensweisen:

1. Budget festlegen

Wenn ihr ein Budget habt, teilt das den Agenturen auch mit. Es bringt nicht, das geheim zu halten in der Hoffnung, es wird günstiger werden. Definiert eure Ziele und lasst gute Agenturen definieren, wie sie mit dem Budget eure Ziele erreichen wollen. So gibt es keinen Preiskampf, sondern einen Qualitätswettbewerb.

2. Konzeption erstellen

Wenn ihr keine Idee, was eure Website kosten soll und auch kein Fachpersonal an Bord habt, das diese Frage beantworten soll, schlagen wir folgenden Weg vor: Sucht euch eine Agentur, der ihr vertraut, die gute Referenzen und ein gutes Preisleistungsverhältnis hat. Holt euch Empfehlungen ein und redet mit anderen Kunden der Agenturen. Veranstaltet einen Workshop, in dem die Ziele und Features der Website erarbeitet werden. Lasst die Agentur eine Konzeption erstellen. Mit dieser Konzeption könnt ihr nun vergleichbare Angebote zur Realisierung einholen, ihr seid also nicht von der konzipierenden Agentur abhängig.

Das Ende des Pflichtenhefts – agiles Projektmanagement

Agiles Projektmanagement ist eines der großen Buzzwörter dieser Tage. Grob vereinfacht bedeutet dies nichts anderes, als dass vor einem Projekt nicht mehr bis ins kleinste Detail geplant wird, was umgesetzt wird. Ein Pflichtenheft tut genau das Gegenteil, hauptsächlich deshalb, weil man denkt, so Kosten und Zeitplan exakt definieren zu können. Kann man aber nicht: Trotzdem werden Deadlines gerissen und Kosten können steigen.

Das liegt daran, dass eben nicht hundertprozentig genau definiert werden kann, welche Aufgaben bei einem Relaunch umgesetzt werden sollen. Ein Webprojekt steckt voller Überraschungen. Neue Ideen können so auch noch nach der Auftragsvergabe realisiert werden. Man gibt einen mehr oder weniger groben Rahmen vor (das Konzept) sowie ein Budget und legt los. Jetzt ist es Aufgaben des Projektmanagements, Umsetzung, Budget und Zeitrahmen einzuhalten. Am Ende wird das Ergebnis besser sein. Die Website wird schneller umgesetzt. Teurer wird es nicht unbedingt, weil, egal welche Kosten man erwartet hat: Am Ende kostet es, was es kostet. Kostenexplosionen können durch eine gute Konzeption vermieden werden. Ein Puffer von 20% sollte aber immer drin sein.

Die richtige Agentur

Um die richtige Agentur zu finden, hilft es, zu verstehen, wie Agenturen aufgebaut sind. Es gibt Agenturen, die von Designern betrieben werden, sie sind dementsprechend designaffin, im besten Falle auch technisch gut, meistens aber in der Marketingkonzeption eher schwach. Das heißt, hier sollt man eventuell schon mit einer guten Konzeption starten, die vielleicht eine andere Agentur erstellt.

Dann gibt es technikgetriebene Agenturen, die sehr gut programmieren können und tolle Features realisieren. Diese Agenturen haben ihre Schwächen im Design und im Marketing.

Zuletzt gibt es aufs Marketing konzentrierte Agenturen, die vor allem eure Kunden und euren Absatz im Blick haben. Für diese Agenturen sind Design und Programmierung erstmal zweitrangig – zuerst werden die Ziele definiert und ein Konzept geschrieben, mit dem die Ziele erreicht werden sollen. Diese Agenturen decken natürlich auch Design und Programmierung ab, aber erreichen nicht immer die Qualität einer Designagentur und haben seltener den Superprogrammierer an Bord.

Natürlich gibt es auch größere Agenturen, die für alle drei Fachbereiche eigene Abteilungen haben. Diese können sich kleine und mittlere Agenturen aber oft nicht leisten.

Welche Agentur die richtige ist, entscheidet also auch, was euch am wichtigsten ist: Marketing, Design oder Programmierung. Es ist durchaus auch ein Mischen der Agenturen zu empfehlen und einen Projektleiter für das ganze Projekt zu bestimmen. So kann aus allen drei Bereichen das beste rausgeholt werden. Allerdings wird es dann auch teurer und das Konfliktpotential ist höher.

Fazit

Der Preis ist nicht alles, wenn ihr eure Website relaunchen wollt. Wichtig ist auch die richtige Agentur, die eure Ziele versteht. Alte Vorgehensweisen wie „Pflichtenheft, Lastenheft, drei Angebote einholen“ sind vorbei. Erst recht, wenn die Aufgaben nicht definiert werden. Budgetorientierte Projekte mit einer guten Agentur sparen Zeit, Geld und Nerven.

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